Graubünden · Blauer Mini-Roadtrip


Meine Bachelorarbeit liegt im Lektorat. Eine Woche Pause, den Kopf durchlüften und von der näherrückenden Freiheit kosten. So entscheide ich mich für einen kleinen Solo-Roadtrip in Graubünden. Unter dem Motto "Blauer Mini-Roadtrip" habe ich mir einige wunderschöne Seen und Wasserhighlights herausgesucht, die ich in vier Tagen erkunden möchte.


Mein Vater ist immer meine erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, ob ein Pass Büslifreundlich ist. Da er selbst viel in der Schweiz mit dem Auto und seinem Töff unterwegs ist und zudem noch der Vorbesitzer meines Büsli war, kennt er sich super aus. Für den Hinweg entscheide ich mich also auf seinen Rat hin für die Fahrt über den Julierpass. Nachdem mich die Strasse bei Tiefencastel ordentlich durchgeschüttelt hat, fährt es sich wie Butter über die schlänglige Kurve des Julierpasses. Nach Silvaplana und St. Moritz fahre ich an Morteratsch vorbei und weiter über den Berninapass. Ich komme kaum vorwärts, obwohl ich möglichst früh beim Parkplatz ankommen wollte. Immer wieder ist die Landschaft so unglaublich schön, dass ich binnen weniger Sekunden den Blinker setze und rechts ranfahre.

Die Strasse zum Berninapass offenbart eine wunderbare Aussicht auf den Morteratschgletscher.
Gletscheraussicht auf dem Berninapass.

Lago di Saoseo

Gegen halb 9 Uhr erreiche ich schliesslich mein Ziel: Der Parkplatz bei Sfazù, Fermata. Der Kiesplatz ist um die Uhrzeit unter der Woche noch nicht so voll. Für 1.- pro Stunde löse ich das Parkticket für grosszügige 7 Stunden – die Zeit werde ich gegen Meine Erwartung tatsächlich noch brauchen. Auf dem Parkplatz befinden sich praktischerweise drei Öko-ToiTois. Alternativ erreicht man die Busstation Sfazù, Fermata auch mit dem Postauto ab Poschiavo oder Pontresina.

Auf der gegenüberliegenden Strassenseite, direkt neben dem Restaurant, beginnt sogleich der Wanderweg. Der erste Abschnitt bis zur SAC Hütte Rifugio Saoseo führt in konstanter leichter Steigung entlang der unasphaltierten Strasse. Die Landstrasse ist für den Privatverkehr gesperrt. Alternativ fährt ein kleines Postauto bis zur SAC Hütte, wodurch man die Wanderung um 1.5 h kürzen kann (Platzreservation mind. 1 Stunde vor Abfahrt erforderlich: 081 844 10 42, von Mo-Fr 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Strecke Sfazù, Fermata – Alp Camp).


Ich merke, wie meine Fitness alles andere als in Hochform ist. Das kleine Postauto fährt an mir vorbei und wirbelt den staubigen Boden ordentlich auf. Die Bremslichter des kleinen Fahrzeugs scheinen mich auszulachen. Dem Buschauffeur wird natürlich trotzdem grüssend zugelächelt. Schliesslich wollte ich mir das antun und durch die Wanderung etwas Sport machen. Auch für die 5kg Übergepäck meiner Kameraausrüstung bin ich selbst Schuld. Vor der nächsten Ecke taucht auf einem kleinen Tisch, liebevoll mit Picknickdecke und Blumen geschmückt, der nötige Motivationsschub auf. Die Anwohner haben drei Sorten Sirup für Wanderer bereitgestellt, an denen man sich gegen einen freiwilligen Batzen bedienen darf. Es empfiehlt, sich, die ersten Schlücke wegzuleeren, denn natürlich haben auch Ameisen Freude an der süssen Erfrischung.

Nach etwa 1 h 20' erreiche ich die SAC Hütte, wo erstmal eine Kaffeepause nötig ist. Ab der Rifugio Saoseo sind es noch 40' bis zum Lagh Val Viola und 15' bis zum Lagh Saoseo. Zweiterer ist mein Ziel, dem der Ruf vorauseilt, einer, oder sogar DER schönste See der Alpen zu sein. Ich möchte die Spannung noch etwas aufrecht erhalten und wandere weiter hoch zum Lagh Val Viola. Ab hier gleicht der Weg schon eher einem Wanderweg. Über Steine und Wurzeln geht es an Kuhweiden vorbei. Schilder warnen vor aggressiven Mutterkühen mit ihren Kälbern und als zwei davon mit ihren Babies meinen Weg kreuzen, kraxle ich lieber mit genügend Abstand durchs Gestrüpp, als direkt an ihnen vorbei zu wandern – ich "Schisshaas".

Bei einer Abzweigung lenkt das Wanderschild nach rechts zum Lagh de Saoseo. Hier folgt man aber erst noch dem linken Pfad. Plötzlich glitzert es verdächtig zwischen den Bäumen. Ein kleiner Ausläufer des Lagh Val Viola taucht vor mir auf. Das Ufer offenbart graue Felsen, die auf dem matschigen Untergrund liegen. Der See scheint überraschend wenig Wasser zu beinhalten, wodurch das Seeufer die Optik leider etwas trübt.

Beim Wanderschild zücke ich meine Kamera um die "bösen" Kühe im Hintergrund festzuhalten. Eine Wandergruppe von älteren Leuten spricht mich an und ein älterer Herr der Gruppe hat Freude an meiner Kamera. Als sie nicht weiterlaufen, weise ich nett darauf hin, sie dürfen ruhig passieren, es stört für mein Foto nicht. Der Herr zückt jedoch sein Handy und meint, "wenn der Profi hier ein Foto knipst, müsse er das auch machen". Ich lache und denke mir gleichzeitig oje, das ist doch nur eins meiner 0815 Wanderschild Fotos :D.

Der besagte "Profi"-Shot =P

Anstelle der Seeumrundung (1.5 h bis zum Lagh de Saoseo) bringt mich mein knurrender Magen zurück auf derselben Wanderroute bis zu der Abzweigung, ab der ein Schild zum Lagh de Saoseo hinweist. Die bekannte "Hangry" Laune kommt tatsächlich auch im Alleingang auf. Mudrig stapfe ich durch den Wald. Die Oberschenkel machen sich immer stärker bemerkbar und lassen mich mehrmals über die Baumwurzeln stolpern.

Und dann, wie aus dem nichts, mischt sich ein knalliges Türkis ins grün braun der Bäume. Ich bin wie verzaubert und kann meinen Blick kaum noch abwenden. Wie muss das gewesen sein, wenn man eine der ersten Menschen war, die einen solchen See entdeckt haben? Noch ohne Internet und ohne Fotografien, vielleicht per Zufall oder durch Erzählungen, ohne eine Erwartungshaltung von Bildern. Das muss sich wirklich anfühlen, als würde man in eine Traumwelt, in ein kleines Paradies eintauchen.

Das glasklare Wasser glitzert am Seeufer. Jeder Stein und Ast ist sichtbar. Kleine Inseln aus grossen Felsbrocken geformt, runden das Bild des Lagh de Saoseo ab. Besonders prächtig ist seine Farbe im Sonnenlicht, eine Mischung aus Türkis und Kobaltblau, in das man sofort hineinspringen möchte, wäre er nicht so eisig kalt.

Viel zu lange für meine bezahlte Parkzeit aber viel zu kurz für meine Augen, die sich kaum satt sehen können, verweile ich am See. Schliesslich gebe ich mir einen Ruck für den bevorstehenden Abstieg. Durch den Nadelwald führt der Weg an Heidelbeergestrüppen vorbei, über den Campobach und zurück auf die Landstrasse, bis ich schliesslich mit wackligen Beinen zurück beim Büsli bin.

Informationen von WegWandern.ch (eigene Darstellung).

Wanderniveau: mittel

Wanderzeit: 4.40 h

Strecke: 15 km

Aufstieg: 773 Hm

Abstieg: 773 Hm

Start: Sfazù, Fermata

Ziel: Sfazù, Fermata


Check-in: ab 14.30 Uhr

Check-Out: bis 12 Uhr

Die Zeiten weichen von den Online-Angaben ab.


Gegen 16 Uhr erreiche ich meinen ersten Schlafplatz beim Camping Cavresc. Nur eine Weide grenzt den Campinglatz vom Lago di Poschiavo ab. Am Tisch vor der Rezeption sind schon alle im Aperol und die gute Laune mit italienischer Melodie ist sofort ansteckend. Unkompliziert wird eingecheckt. Ganz nach meinem Geschmack ist die Campingfläche unparzelliert und ich suche mir ein Plätzchen direkt neben einem Mini-Zwetschgen Baum aus. Für die letzten Meter zum See müssen meine Beine nochmals mithalten. Dafür lässt es sich dort perfekt innehalten. Das Pfeifen der Rhätischen Bahn mischt sich in die Musik meiner Kopfhörer. Tag 1 und wie immer, wenn ich mit dem Büsli unterwegs bin, merke ich, dass man einfach in so kurzer Zeit schon enorm runterfahren kann und solche Mini-Auszeiten absoluter Seelenbalsam sind.


Gletschergarten von Cavaglia

Mit gummigen Beinen hüpfe ich am nächsten Tag aus dem Büsli. Schnell fällt die Entscheidung, den Morgenkaffee in liegender Position zu trinken. Nach wenigen Minuten schaffen es die ersten Sonnenstrahlen über die Bergspitzen vor Poschiavo und wärmen mein Gesicht. Einer dieser kleinen herrlichen Vanlife-Momente. Mit steigender Sonne wärmt sich sogleich das schwarze Blech auf und setzt damit das Zeichen, aufzubrechen.

Heute habe ich mir einen gemütlichen Ausflug herausgesucht. Während ich in FlipFlops am Bahnsteig in Poschiavo stehe, tummeln sich die gut ausgerüsteten Wanderer um mich herum. Oh oh… ob das wohl gut geht mit meiner Schuhwahl? Der Blick auf meine Blasen lässt meine Zweifel vergessen und schon rollt die unverkennbare rote Rhätische Bahn ein.

Mit Halt auf Verlangen stoppt die Eisenbahn bei der nächsten Station: Cavaglia. Hier teilen sich die Wege von Wanderer und Spaziergänger. Die Gemütlichen haben nämlich ein Ausflugsziel im Sinn: Der Gletschergarten von Cavaglia. Hinter dem Restaurant führt die Strasse nach Links in weniger als 10 Minuten zum Eingang des Gleschergartens.

Über Eisentreppen und einem leicht sandigen Weg gelangt man hinauf zu den Gletschertöpfen. Der Weg ist gut ausgeschildert und schnell hat man den Gletschergarten besichtigt und gelangt hinunter zum Wasser. Hier liegt der wohl schönste Teil. Sprudelnd bahnt sich das Wasser einen Weg durch die Schlucht und offenbart schroffe Felswände, wie man sie von Schluchten kennt und bewundert.

Die Gletschergärten sind wirklich hübsch und ideal für einen gemütlichen Ausflug. Mein eigentliches Highlight kommt aber erst noch. Zurück beim Restaurant möchte mein knurrender Magen bereits kurz vor 11 Uhr ein Mittagessen. In schlechtem Italienisch erkundige ich mich, ob die Küche bereits geöffnet hat. Die Empfehlung der Spinat Ricotta Ravioli an Salbeibutter nehme ich mit begeistertem Kopfschütteln an – damit hat man mich sofort! Die Region scheint bekannt zu sein für selbst gemachten Sirups. Besonders der Holunderblütensirup wird überall angeboten und schmeckt köstlich! Über den Türen des Restaurants hängen durchsichtige Plastiksäckli mit transparentem Inhalt, die von der Sonne angeschienen werden. Ich vermute, der Inhalt ist besagter Sirup, erspare den Restaurantangestellten jedoch Rückfragen in meinem gebrochenen Unterrichtsitalienisch. Die Sprache beherrsche ich nämlich eher so, dass ich mir im Kopf einen Satz bereitlege und auf eine Rückfrage hin plötzlich alles vergesse und ins Französische falle.

Zurück zu den Ravioli… sie schmecken göttlich! Beim späteren Bezahlen erhasche ich einen Blick in die Küche. Sie erinnert mich an den Film Julie & Julia, nach dem Wohl jeder Zuschauer zum Koch oder zur Köchin werden möchte (oder zumindest Gourmetvibes verspürt). Neben der Nudelmaschine liegt noch die Schüssel mit der Spinat Ricotta Masse und mir wird klar, die Ravioli wurden sowas von frisch und selbst gemacht! Die Schürzen der Köchinnen sind mit Mehl gesprenkelt und das Bild dieser italienischen Mamelis, die in der Küche herumwuseln und gekonnt mit den Lebensmitteln hantieren, gibt mir absolute Ferienvibes.


Während ich mein Essen geniesse, kommt plötzlich ein Zug an und das Gaudi geht los. Ein verkleideter Mann auf Stelzen tritt dazu und unter grossem Gelächter ziehen er und der Bahnchauffeur eine kleine Show vor einer Gruppe von Kindern ab. Neugierig beobachte ich das Spektakel. Es scheint eine geführte Tour für Klassen zu sein. Als der Stelzenmann an mir vorbeimarschiert macht er einen Schwenker zu meinem Tisch und witzelt in Deutsch/Italienisch herum, hier gäbe es gratis Ravioli. Ich strecke ihm den Teller entgegen und lache ab dem sympathischen Akzent. Schliesslich zieht die Gruppe auf Richtung Gletschergarten und ich frage mich, ob der dort ernsthaft mit Stelzen hochmarschiert? Und ich war noch am Zweifeln wegen meiner FlipFlops :P.

Besucherinformationen Es empfiehlt sich, Cavaglia in 20min per Bahn ab Poschiavo (Süden) oder Pontresina (Norden) zu besuchen mit Halt auf Verlangen in Cavaglia. Von Poschiavo führt auch eine Strasse hinauf und oben findet man Parkplätze. Allerdings ist die Strasse sehr schmal und wird für den Landwirtschaftsverkehr benutzt. Ausweichmanöver sind so oft notwendig, dass dieser Weg bis 40min dauern kann. Gutes Schuhwerk ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenlos, bzw. auf Spendenbasis.


Poschiavo

Wir Schweizer lieben ja das Tessin. Ich glaube, das darf ich so pauschal behaupten. Italienisches Flair im eigenen Land, ein Aperol Spritz unter Palmen… Durch den Gotthardtunnel taucht man gefühlt ins südliche Nachbarsland ein. Hier im Graubünden, das vergisst man schnell mal, befindet sich noch ein weiterer kleiner Teil der italienischen Schweiz. Zusammen mit der Gemeinde Brusio bildet Poschiavo den bündernischen Teil der italienischen Schweiz. Schon auf dem Campingplatz packte mich das südländische Flair. Spaziert man durch Poschiavo entlang der mittelalterlichen Hauswände, weht einem vom Dorfplatz ein Kaffeeduft entgegen. Vor den Balkonen sind Wäscheleinen gespannt, auf denen mit bunten „Klüpperli“ die Kleider befestigt sind und aus den Fenstern hängen die Bettdecken zum durchlüften. Ein kleiner Spaziergang durch Poschiavo bietet sich super an nach dem Ausflug zum Gletschergarten von Cavaglia.


Berninapass

Überaus angenehm fährt es sich über den Berninapass. Ich verlasse die italienische Region und lasse mich erneut von der Natur hier oben begeistern. Die schroffen Felswände mit dem imposanten Gletscher ragen hinter den dunkelblauen und türkisen Seen empor. Das Farbspiel wird von der vorbeifahrenden Rhätischen Bahn durchbrochen, die sich in knalligen Rot von der Landschaft abhebt.


Rezeption: 8-12 Uhr / 15-19 Uhr


Ein ganz anderer Vibe empfängt mich in St. Moritz, wo ich die nächste Nacht verbringe. Hier im Engadin dominiert die Surfszene unter dem Begriff Mountain Surf. Die Region ist bekannt für ihre starken Winde und lockt damit vor allem Windsurfer auf den blauen Silvaplanersee. Und wo gesurft wird, da sind auch die Büslis nicht weit. Die Outdoorszene hier begrüsst natürlich auch Camper und diese teilen sich die Strassen vor allem mit Bikern und Motorradfahrern.

Die Stellplätze auf dem Camping St. Moritz sind in verschiedene „Villages“ unterteilt und entweder parzelliert oder offene Wiesen. Meine Wahl fällt schnell auf die Tent Village, wo ich mir ein freies Plätzchen unter den Bäumen aussuchen darf, mit Sicht auf den Fluss Inn. Eingebettet zwischen St. Moritzersee und Silvaplanersee hat man die Qual der Wahl, zu welchem See man läuft. Versteckt im Wald liegen noch kleinere Seeli, darunter der Lej Marsch, dem ich schon einmal einen Besuch abgestattet habe.


Nach dem Sonnen am Ufer des Silvaplanersees, geniesse ich ein Abendessen in Gesellschaft eines Eichhörnchens. Die Überreste seiner Körner, fallen mir nämlich immer wieder auf den Kopf und verwundert halte ich nach dem Übeltäter Ausschau, der in seinem wuscheligen dunkelbraunen Fellmantel gemütlich auf einem Ast oberhalb meines Büsli sitzt.

​App-Empfehlung

Über die MeteoSwiss App lässt sich das Wetter super beobachten. Die Animationseinstellung lässt sogar abspielen, wie die Regenwolken über die Schweiz ziehen. Perfekt, um Ausflüge vorauszuplanen und die Wetterlage abschätzen zu können!


Silvaplanersee

Den grössten Surfervibe findet man direkt am Silvaplanersee. Neben dem Camping Silvaplana befindet sich das Café/Restaurant PappaLou. Eine umfangreiche Frühstückskarte liefert hier die nötige Energie für die anschliessende Windsurfsession. Und sogar die Kaffee-Frühstücker wie ich, greifen bei den köstlichen Buttergipfeli doppelt zu. Neben er gemütlichen Terrasse liegt direkt die Boardvermietungsstation, wo auch Surflektionen angeboten werden.


Lai da Palpuogna (Albulapass)

Es wird Zeit, das Engadin zu verlassen. Während ich beim Hinweg noch den breiteren Julierpass gewählt habe, soll die Rückfahrt über den eher schmalen Albulapass führen. Hoch fährt es sich noch super und ich vermisse den meist fehlenden Mittelstreifen kaum. Die Abfahrt auf der anderen Passseite benötigt etwas mehr Ausweichstopps, da die Strasse hier wirklich schmal wird.

Allerdings lohnen sich die Stopps dort sowieso, denn von oben erblickt man bereits den kitschig blauen Lai da Palpuogna. Ich habe mich auf eine kleine Wanderung ab Preda eingestellt, doch direkt vor dem See befindet sich bereits eine kleine Fläche zum Parkieren. Aufgrund des wandelnden Wetters, nutze ich die wenigen Sonnenminuten für einen kurzen Drohnenrundflug über den See. Natürlich habe ich vorgängig die Drohnenkarte vom BAZL abgecheckt, entdecke jedoch beim ersten Schild am See ein Flugverbotsschild. Oje, mein guter Wille war da, aber wenn die Zonen nicht aktualisiert werden…

Für die Fotos hat’s sich natürlich gelohnt, besonders auch deswegen, weil der See eher ein schön anzuschauender See ist und ein Badeverbot herrscht.

Informationen von WegWandern.ch (eigene Darstellung).

Wanderniveau: leicht

Wanderzeit: 1.35 h

Strecke: 4.9 km

Aufstieg: 220 Hm

Abstieg: 220 Hm

Start: Preda Station

Ziel: Preda Station


Viamala Schlucht

Meine Pläne haben sich mal wieder kurzfristig geändert und wegen stürmischen Wetter habe ich eine Nacht in der Ferienwohnung in der Lenzerheide eingelegt. Vom Albulapass aus war dies eine ideale Route. Der Roadtrip führt am nächsten Tag wieder über Lantsch und Tiefencastel hinunter in Richtung Thusis. Hier liegt ein besonders eindrücklicher Ort auf dem Weg: Die Viamala Schlucht. Vor 3 Jahren habe ich ihr schon einmal einen Besuch abgestattet, dazumal mit einer schönen Wanderung. Heute ergattere ich gegen 9 Uhr in der früh noch einen der wenigen Parkplätze vor dem Eingang und kann gegen die Eintrittsgebühr von CHF 6.- die Treppen zur Schlucht hinuntersteigen. Besonders eindrücklich ist natürlich der Abschnitt, wo man auf die Steinbrücken hochblickt. Ein Ausflug zur Viamala-Schlucht lohnt sich allemal und gibt einen Vorgeschmack auf die Landschaften, die der Rhein in seinem Verlauf formt.


Crestasee, ein bekanntes Juwel

Es folgt ein Bündner-Klassiker, der sich immer wieder lohnt. Vom Parkplatz beim Crestasee aus führt ein gut ausgebauter Pfad hin zum ersten Highlight: Dem Crestasee. Badegäste sind aufgefordert, beim Zelt die Eintrittsgebühr von CHF 7.- pro Person zu entrichten. Beim heutigen Prachtwetter ist die Wiese schon um halb 11 Uhr gefüllt. Für meine Mission muss ich mich noch eine halbe Stunde gedulden. Um 11 Uhr öffnet die warme Küche und ich bestelle mir eine der besten Pizzen, die es gibt. Meine Eltern hatten mit dieser Aussage recht! Obwohl ich mir ganz langweilig eine Margherita schmecken lasse, bin ich begeister ab dem köstlichen Teig und rate jedem, hier für eine Pizza einzukehren!


Rheinschlucht

Gestärkt verlasse ich das sich mit Badegästen füllende Seeufer und folge dem Pfad mit stetiger angenehmer Steigung durch den Wald bis nach Conn. Wenn man an den ersten Häusern vorbeiläuft und vielleicht schon das Geschirrklappern vom bald folgenden Restaurant hört, lohnt es sich einen kurzen Abstecher nach links zu machen.

Hier befindet sich nämlich die Aussichtsplattform Conn, von wo aus man die schönste Aussicht auf die Rheinschlucht hat.

Wanderempfehlung, um die Schlucht auf Flusshöhe zu erkunden:

Informationen von WegWandern.ch (eigene Darstellung).

Wanderniveau: leicht

Wanderzeit: 1.30 h

Strecke: 4.8 km

Aufstieg: 179 Hm

Abstieg: 203 Hm

Start: Valendas-Sagogn

Ziel: Versam-Safien


Caumasee: The Mountain Beauty

Nach diesem weiteren Highlight geht es weiter durch den Wald auf einem nun kürzeren Abschnitt hinunter zum Caumasee. Ich mag mich erinnern, den See mal als schönsten See der Schweiz bezeichnet zu haben. Obwohl er mittlerweile als unglaublich überlaufen gilt und zum absoluten Touri-Hotspot geworden ist, begeistert er immer wieder aufs neue. Vor allem, da er nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch zu, Baden ein absolutes Paradies. Wer wie ich keine Lust hat, den teuren Eintrittspreis von CHF 19.- zu entrichten, dem bietet das unabgezäunte Seeufer auf der schattigeren Seite des Sees zwar nicht die gemütlichsten Liegeplätze, aber immer noch idealen Einstiegsstellen in den See.

Ich empfehle jedem, die Wanderung vom Crestasee aus zu starten, da sich der grösste Menschenauflauf doch eher beim Caumasee tummelt und die Parkplätze dort entsprechend überlaufen sind. Optional lässt sich die Rundwanderung auch per Postauto abkürzen und damit der Rückweg sparen.

Informationen von WegWandern.ch (eigene Darstellung).

Wanderniveau: leicht

Wanderzeit: 3.20 h

Strecke: 4.8 km

Aufstieg: 374 Hm

Abstieg: 374 Hm

Start: Parkplatz 3, Crestasee

Ziel: Parkplatz 3, Crestasee


Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich meine letzte Campingnacht gestrichen habe und aus logistischen Gründen zu meinen Eltern gefahren bin, damit wir unseren Campingtrip ins Klöntal am Folgetag gemeinsam starten können. Für diese hätte ich jedoch den Camping Trin angefahren. Ohne Reservation kann man hier entweder zwischen 9-10 Uhr oder 17-18 Uhr einchecken und erhält laut Angaben der Webseite immer ein Plätzchen. Klein und sympathisch klingt der Platz und ist sicher eine entspannte Abwechslung nach dem Touristenmagnet Flims.


Geheimtipp: Gletschermühlen Alp Mora

Zum Abschluss möchte ich noch gerne einen (hoffentlich) Geheimtipp teilen, zu dem es mir leider nicht mehr gereicht hat. Aber dann ist das hier auf dem Blog festgehalten für den nächsten Graubünden-Trip =)

Oberhalb von Trin liegt die Alp Mora. Sie beherbergt sogenannte Strudeltöpfe, die sich durch Strudel im Bach und Erosionsprozesse der Gesteine gebildet haben. Über die Zeit hinweg haben sich so Naturpools gebildet. Zwar wärmt die Sonne in den Sommermonaten das Wasser, jedoch liegen die Strudeltöpfe so hoch, dass die kristallklaren blau schimmernden Wasseransammlungen trotzdem eiskalt sind.


Nun kommt aber der Haken: Wie erreicht man diese Strudeltöpfe?

Es gibt tatsächlich einen bequemen Weg. Vom Juli bis September fährt jeweils Mittwochs und Samstags der Alp Mora Bus von Trin nach Purcs. Ab da benötigt man noch ca. 1.15 h zu den Strudeltöpfen. Das Platzangebot ist beschränkt und eine Vorabreservierung notwendig.


Plan B ist eine Bergwanderung hinauf zu dem Naturspektakel. Allerdings ist hierfür etwas Ausdauer und vor allem genügend Zeit erforderlich. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass man so die Menschenmengen umgehen kann und würde definitiv nach etwas Wandertraining diese Variante unter der Woche wählen.

Dauer Aufstieg: ca. 3 h

Dauer Abstieg: ca. 2 h

​Wichtig zu wissen! Auf der Alp Mora gibt es keine Trinkwasserbrunnen.