Mauritius · Inseltraum im Indischen Ozean


Die Trauminsel, die im Indischen Ozean vor Madagaskar liegt, verbinden viele mit Honeymoon-Urlaub. Zahlreiche Luxusresorts, weisse Sandstrände und Türkises Wasser locken jährlich frisch verheiratete Paare während den Flitterwochen hierher. Doch nebst paradiesischen Stränden hat Mauritius noch viel mehr zu bieten. Philipp und ich schnallen unsere Backpacks auf und bereisen die Insel für 2.5 Wochen während der Nebensaison. Mit etwas schlankerem Geldbeutel und auf unsere Reiseart, bevor es anschliessend für 10 Tage auf die Nebeninsel La Réunion weitergeht.


Mauritius lockt mit einer vielfältigen Kultur und das ganz ohne Ureinwohner. Die Geschichte der Insel ist sehr bewegend. Der Kolonialismus und eine von Sklaverei dominierte Vergangenheit führten dazu, dass unter der abwechselnden Herrschaft von Portugiesen, Holländer, Franzosen und Briten, Sklaven aus Europa, Afrika, Madagaskar und Asien auf die Insel gebracht wurden. Heute leben diese sehr unterschiedlichen Kulturen friedlich zusammen und bereichern die Insel mit einer Vielfältigkeit, was das Bild vom Paradies gleich bestätigt. Nebst bunten Hindu-Tempeln finden sich viele Chinesische Einflüsse aber auch christliche Kirchen und muslimische Moscheen. Sprachlich dominiert Morisyen, eine Kreolsprache, die starke Einflüsse des Französischen hat. Französisch wird ebenfalls gesprochen und auch Englisch beherrschen die meisten Einheimischen sehr gut.


Die Vielseitigkeit der Insel begegnet einem sehr schnell. Nachdem wir die Einreise mit Umstieg in Paris dank der guten Airline Mauritius Air super überstanden haben, werden wir erstmal von einem Fahrer zu unserer Unterkunft gebracht. Ausgerechnet unser Mietauto hat einen Schaden abbekommen und man organisiert uns ein anderes Fahrzeug. Zusammen mit den "Taxi, Taxi?" rufen erinnert mich die Insel erstmal an vergangene Asien-Reisen. So fällt es uns nicht schwer, sofort in die Backpacking-Entspanntheit zu kommen und uns auf die bevorstehende Reise einzulassen. Es muss nicht immer auf Anhieb alles klappen und es muss auch nicht alles durchorganisiert sein. Da hier Linksverkehr herrscht, was wir tatsächlich überrascht feststellen, sind wir sowieso grad froh, so übermüdet nicht noch selber eine Stunde fahren zu müssen.


Reisestart im ruhigen Südwesten: La Gaulette

Unsere erste Woche verbringen wir in La Gaulette. Die Gegend im Südwesten der Insel soll ruhiger sein als der belebte Norden und ist ein Surfparadies für Wind- und Kitesurfer. Entsprechend ist dieser Inselabschnitt auch etwas Winddominierter und ab und zu ziehen sogar Regenwolken über uns. Meist wechselt das Wetter innert kurzer Zeit wieder zu Sonnenschein und ist somit zwar tropisch angenehm zum "bädelen", aber nicht so schwül und drückend heiss.

Unsere erste Airbnb-Unterkunft lockt mit Bildern des Whirlpools auf der Dachterrasse mit Meersicht und Blick auf den Berg Le Morne Brabant. So starten wir unsere Mauritius Reise doch etwas Honeymoonig angehaucht beim Sonnenuntergang mit einer Flasche Wein auf der Dachterrasse.

Die Unterkunft können wir mit 5* weiterempfehlen. David und Priscilla sind super herzlich, empfangen einen persönlich und geben gerne Tipps für die Insel weiter. Es wird beinahe täglich gereinigt und ist entsprechend sauber in der kleinen Wohnung, wo wir gerne auch selber gekocht haben.

Coconuts drive in - bei solchen Marktständen findet man die besten Früchte.

Inselerkundung um Chamarel

Schnell gewöhnen wir uns an den Verkehr auf der umgekehrten Seite und düsen los ins Landesinnere. Wir machen einen Ausflug in den Geopark der siebenfarbigen Erde Chamarel. Die Attraktion erinnert ein bisschen an einen US Nationalpark, da man mit dem eigenen Auto durchfahren kann und so schnell an die verschiedenen Highlight gelangt. Der Eintritt pro Erwachsener beläuft sich auf 500 MUR, was ca. 10 Schweizer Franken entspricht.

Eine gute Übersicht beim Parkeingang, was einen wo erwartet.

Das erste Highlight ist der Chamarel Wasserfall. Mit seinem Gefälle von sagenhaften 100m ist er der höchste Wasserfall von Mauritius. Seine Wassermenge verdoppelt sich während der Regensaison von November bis April. In einem wild bewachsenen Kessel stürzt sich das Wasser in die Tiefe und kann in Begleitung eines Guide erwandert und von nahem betrachtet werden.

Das nächste Highlight überrascht mich so sehr, dass mir sofort ein Quietschen entweicht. Ich wusste, dass es auf der Insel Riesenschildkröten gibt. Doch als wir aus der Ferne einen grauen Fels in Form einer Schildkröte erblicken, glaube ich, es sei eine Statue, bis sich diese plötzlich gemächlich anfängt zu bewegen. Sofort laufen wir zu dem Gehege, in dem wir gleich noch mehr der gepanzerten Riesen erblicken.

Gleich daneben befindet sich ein etwas bunterer Schauplatz: Die siebenfarbige Erde. Das farbige Naturspektakel lässt auf die vulkanische Aktivität der Insel zurückführen, die vor 3.5 bis 1.9 Millionen von Jahren stattfand. Durch das feuchtheisse Klima erodierten die basaltischen Steine. An der Oberfläche blieb poröser Saprolit zurück, der durch darin enthaltene Eisen und Aluminium Oxide reagierte und für die Farben der Erde verantwortlich ist. Die an einen Regenbogen erinnernde Erde ist wirklich beeindruckend und am besten gönnt man sich ein leckeres Gebäck im Lokal nebenan und geniesst die Aussicht der beeindruckenden Natur von Mauritius.

Im Herzen von Mauritius befindet sich der heiligste hinduistische Ort der Insel. In den Kratersee Ganga Talao wurde vor Jahrhunderten Wasser aus dem heiligen indischen Fluss Ganges in den See gegossen. Um diesen heiligen Ort wurden imposante Götterstatuen errichtet, zu denen jährlich, immer zwischen Januar und März, Tausende von Mauritiern zu dem Tempel pilgern.

Unweit von Ganga Talao entfernt befindet sich der gut besuchte Aussichtspunkt auf den Black River Gorge Naturpark. Dabei handelt es sich um das grösste geschützte Waldgebiet von Mauritius. Zahlreiche Wanderrouten führen durch das Naturschutzgebiet, auf dem man der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt der Insel begegnet. Von oben erstreckt sich die grüne Vegetation wie durch eine Schlucht, an deren Ende ein Wasserfall in die Tiefe stürzt.


Highlights an der Südküste

Mit unserem kleinen roten Honda machen wir uns erneut auf Inselerkundungstour. Dieses mal entlang der Südküste. Wir fahren durch ruhige Fischerdörfer und an Zuckerrohrplantagen vorbei. Immer wieder blicken wir auf traumhafte Strände. Schroffe Felsen und unruhige Wellen wechseln sich mit lagunenähnlichen Buchten und feinen Sandstränden, die mit schwarzen Lavasteinen gesprenkelt sind, ab.

Ein Paradies im Süden: Der St Felix Beach.
Le roche qui pleure beim Gris Gris Beach.
Immer windig ist es beim Maconde Viewpoint.

Das saftige Grün der Insel wird hier und da durch bunte Hindutempel durchbrochen. Die detailliert verzierten Tempel in Pastellfarben ragen so schön aus der Landschaft, dass wir am liebsten immer bei allen anhalten und Fotos knipsen wollen.

Unser Ausflugsziel sind die Rochester Falls. Ein 10m hoher Wasserfall, dessen Wasser die Felsblöcke runterstürzt, deren Form an vulkanische Basaltsäulen erinnert. Aufgrund einer Baustelle dauert es einen Moment, bis wir den Platz finden, wo man parkieren kann. Anschliessend folgen wir dem Naturpfad entlang der Zuckerrohrfelder, bis wir schliesslich das Rauschen des Wasserfalls hören. Diesen Wasserfall erreicht man sehr einfach und kann ihn von oben, wie auch von unten beidseitig bestaunen. Das klare Wasser ist dunkel, ja fast schwarz gefärbt und wirkt für uns etwas unheimlich zum Baden. Freudig hüpfen zwei Hunde und ein super niedlicher Welpe um uns herum. Zwei Einheimische filmen ihr Haustier, einen kleinen Affen vor der schönen Kulisse. Verspielt klettert er an seinem Herrchen hoch und flüchtet dadurch vor den Hunden, denen er davor noch auf den Rücken rumgetänzelt ist. So begegnen wir unserem ersten Affen, leider in Haustierhaltung. Doch vielen wilden Affen werden wir noch bald auf unserer ersten richtigen Wanderung auf Mauritius begegnen. Heute waren die Wanderschuhe etwas gut gemeint und Barfuss in Flipflops hätte es fast eher getan, um den Wasserfall überqueren zu können. Hauptsache wir haben etwas Abenteuerluft geschnuppert =).


Schwimmen mit Delfinen!

Ein grosser Traum wird wahr! Heute schwimmen wir mit Delfinen! Der artenreiche Indische Ozean beherbergt zahlreiche meiner liebsten Meeresbewohner. Einige davon schwimmen vor der Küste Mauritius’ und Touren bieten die Möglichkeit, den Tieren ganz nah zu kommen. Unser Airbnb-Host hat uns gleich am ersten Tag mit unserer Nachbarin Anushka bekannt gemacht. Sie und ihr Mann Navin bieten mit Dolphin Warriors Delfintouren an. David meinte, alle seine Gäste seien nur schwärmend von dem Ausflug mit ihnen zurückgekehrt. Wir sind sofort überzeugt und haben den Ausflug mit anschliessendem BBQ auf Benitiers Island für 2’500 MUR pro Person (CHF 54.-) gebucht.

Frühmorgens klingelt der Wecker. Um 5:45 Uhr treffen wir Navin und die weiteren Gäste, ein älteres deutsches Paar und zwei Französinnen, von denen eine auf La Réunion lebt. Erstmals ziehen wir unsere Regenjacken an, denn über uns liegt grauer Himmel und es regnet. Auf dem Boot mümmeln wir uns unter die Kapuzen und düsen mit dem Schnellboot erstmals weiter in den Süden. Vor dem Morne Brabant halten wir und sichten Buckelwale! Unbeeindruckt ist nur die Réunionerin, denn von denen sieht sie wohl täglich. Ich frage mich, ob ich mich jemals an Walen und Delfinen sattsehen könnte, wenn ich selber auf einer Insel leben würde. Vorstellen kann ich mir das nicht, es ist jedesmal wieder ein Highlight! =)

Bei dem Wellengang hingegen kann ich mir noch nicht vorstellen, sogleich ins kühle Wasser zu springen. Als wir nördlich nach Tamarin Bay aufbrechen lichten sich die Wolken und plötzlich empfängt uns strahlender Himmel.

In der Bucht tummeln sich schon einige andere Boote, alle mit demselben Ziel. Ich muss zugeben, es ist etwas eine Delfinjagd und aus tierfreundlicher Sicht nicht unbedingt vertretbar. Dem muss man sich bewusst sein, wenn man solche Touren bucht.

Als wir jedoch die Möglichkeit bekommen ins Wasser zu springen, bin ich hin und weg. Die ersten beiden Male sehen wir den Delfinschwarm eher von weitem und hören das Fiepen, wie sie zusammen kommunizieren. Die drei weiteren Male schwimmen sie ganz nah an uns vorbei und wir können in ihre lieblichen Gesichter blicken. Sie sind unglaublich schnell und es ist nur ein kurzer Moment, den man mit ihnen schwimmt und die Tiere von nahem betrachten kann.

Als sie sich weiter ins offene Gewässer begeben, wird es Zeit, die Tiere wieder in Ruhe zu lassen und wir machen uns auf zum Crystal Rock. Den Korallenfels dürfen wir von nahem betrachten und anschliessend im seichten Wasser rundherum schnorcheln. Wir sehen zahlreiche bunte Fische und viele Seesterne. Traurig verabschiedet sich das deutsche Paar. Sie haben die Tour ohne Mittagessen gebucht und müssen nun wieder an Land. Wir hingegen dürfen uns genügend Zeit lassen, die Unterwasserwelt zu erkunden. Anschliessend gibt es köstliche Samossa, die wir mit selbst verfeinertem Rum von Navin herunterspülen - lokal und köstlich!

Der Crystal Rock - eins der beliebtesten Fotomotive der Insel.

Ein weiteres Highlight folgt auf Benitiers Island. Während die meisten Boote im tieferen Gewässer anlegen und sich dort ein Unterstand an den nächsten reiht, ankern wir etwas weiter draussen und laufen durch das nur knöcheltiefe Wasser zu unserem Tisch, der weit weg von den anderen liegt. Es wirkt, als wären wir auf einer einsamen Insel und nach einem kurzen Spaziergang zum Zipfel der Insel, verwöhnt uns Navin mit einem köstlichen BBQ. Kleine Ratten, die eher wie niedliche Mäuse aussehen rascheln durch die Büsche. Kurz bekommen wir noch Gesellschaft vom inselheimischen Hund, der sich wohl mit Navin angefreundet hat. Wie die meisten Streuner auf Mauritius sieht er sehr gesund aus und ist lieb.

Gestrandet im Paradies. Wir verlieben uns Tag für Tag mehr in Mauritius.
Auf Mauritius beginne sogar ich, die bellenden Vierbeiner zu mögen ;).

Auf der Rückfahrt gönnt sich Navin eine Pause, nachdem er noch extra Bier von seinem Kollegen aufs Boot geholt hat, weil er dies heute morgen vergessen hat. Er meint, sie listen es auf ihrer Webseite auf, also muss er uns auch Bier anbieten. Nach dem köstlichen Weisswein zum Mittagessen, hätten wir diesen Luxus nicht auch noch erwartet und sind gerührt von seinen Bemühungen. Während Navin sich nun auch ein Bier genehmigt, dürfen wir abwechselnd das Boot steuern. Es ist ein super Abschluss und sein lieber Satz „You come as guests and go as friends“ fasst diesen gelungenen Tag perfekt zusammen.

Aus Neugierde googeln wir nachträglich noch nach anderen Touren und sehen auf TripAdvisor, dass diese nicht nur schlechter bewertet sind (aufgrund überfüllter Boote mit bis zu 15 Leuten und der eng aneinander gereihten Tische beim Mittagessen auf Benitiers Island) sondern auch viel teurer sind. Mit CHF 90-150 pro Person muss man rechnen, wenn man eine solche Tour wohl über die Hotels bucht. Wir sind froh über unsere unvergessliche Erfahrung und können Navins Touren nur herzlichst weiterempfehlen. Man merkt, wie er mit Leidenschaft dabei ist und sogar seine Bootsauswahl war genauestens durchdacht. Er nimmt maximal 8 Personen pro Tour mit und durch die seitlichen Absprungmöglichkeiten ist jedem Gast dieselbe Chance geboten, mit den Delfinen zu schwimmen.


Unsere halbe Wanderung auf Le Morne Brabant

Während wir den Morne Brabant schon aus jedem Winkel von unten betrachten konnten, wird es Zeit, in zu erklimmen. Der 555m hohe Berg ist nicht nur ein Wahrzeichen Mauritius und erscheint sofort, wenn man die Insel in die Google Suchmaschine eintippt, er ist auch ein Denkmal an die traurige Geschichte der Sklaverei der Insel. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Berg mit seinen steilen Klippen ein Zufluchtsort für entlaufene Sklaven. Als die Sklaverei im Jahr 1835 unter der britischen Herrschaft endlich abgeschafft wurde, passierte jedoch eine schlimme Tragödie. Man sagt, dass Mitglieder der Armee den Berg bestiegen um den Sklaven von ihrer Freiheit zu berichten. Diese jedoch befürchteten, dass sie zurück in die Sklaverei getrieben werden würden. Aus Angst vor erneuter Gefangenschaft, entschieden sie sich lieber für den Tod und sprangen von dem Berg. Heute ist der Berg ein Symbol des Friedens und erinnert an den Kampf der Sklaven um Freiheit.


Vor der Wanderung habe ich mich über die Gefahren der Bergbesteigung informiert. So war ich ziemlich voreingenommen und mir war klar, bis ganz nach oben werden wir es nicht schaffen. Die Wanderung ist im ersten Abschnitt sehr einfach. Gut ausgeschildert erreicht man den Parkplatz vor dem Aufstieg, nachdem man die 1.5km lange Strasse über Schlaglöcher hinter sich gebracht hat. Ziemlich zu Beginn der Wanderung sichten wir durch Rascheln in den Bäumen sogar einige einheimische Affen. Der gesamte Pfad ist 3.5km lang und semi-anstrengend bis zum Punkt, wo ein Warnschild auf die Gefahr des letzten Abschnitts des Wanderwegs hinweist. Ab da beginnt das Klettern und nur mit Schwindelfreiheit und auf allen Vieren erreicht man den Gipfel. Der letzte Satz bestätigt wohl, weshalb wir hier gestoppt haben. Bei Regen und schlechtem Wetter, was hier schnell mal umschwingen kann, wird ebenfalls dringend vor einem Aufstieg abgeraten. Doch nur schon bis hierhin offenbaren sich Ausblicke auf den indischen Ozean, der in verschiedenen Farbtönen von Türkis bis Dunkelblau das gesamte Farbspektrum an Blau beinhaltet. Ein unglaublicher Anblick! Hier befindet sich auch ein Phänomen, das man nur aus dem Flugzeug bestaunen kann. Die Preise dafür beginnen bei CHF 150.- für 15min in der Luft und schiessen hoch bis zur 500er Grenze, je nach Anbieter und Flugroute. Gönnt man sich einen solchen Flug, kann man jedoch den Unterwasser-Wasserfall von Mauritius sehen. Durch eine optische Täuschen der Strömungen wirkt es, als sähe man ein Gefälle innerhalb des Ozeans. Ein unglaubliches Naturphänomen, wegen dem ich schon nachvollziehen kann, weshalb man sich einen solchen Flug gönnt.

Den Start der Wanderung kann man nicht verfehlen. Hier trägt man sich auch ins Wanderbuch ein und später wieder aus.

Kurz nach dem Start wird es etwas verwirrend, wo der Weg nun entlangführt. Wählt hier den unteren Weg durch das geöffnete Tor.

Die Aussicht wird schon früh unglaublich!

Ab diesem Schild sollten sich nur geübte und schwindelfreie Wanderer mit gutem Schuhwerk aufmachen. Hier befinden sich sogar Mülleimer und einige kleinere Pfade, von denen man auch schon eine super Aussicht hat.

Meiner Meinung nach die schönste Aussicht auf ganz Mauritius.

Nach der Wanderung bietet es sich an, sich beim Le Morne Beach zu erholen. Wir finden ihn den schönsten Strand im Süden.

An diesem Strand kommen wir auch zum ersten Mal in Berührung mit der mauretanischen Kultur. An den Stränden befinden sich immer zahlreiche Picknickplätze in Form von Pavillon ähnelnden Häusern, wo sich die Einheimischen mit Campingstühlen und riesigen Töpfen vor allem am Wochenende treffen. Plötzlich hören wir Musik und folgen den Klängen, die uns an Reggae erinnern. Eine Gruppe Frauen tanzt mit bunten pompösen Röcken. Sie schwingen ihre Hüften gekonnt zum Beat und strahlen dabei eine Lebensfreude aus, die sofort ansteckend ist und zum mitwippen zwingt. Der Sega, wie sich dieser Tanz nennt, lädt wirklich zum Mittanzen ein. Es gibt keine festen Schritte und man kann eigentlich nichts falsch machen. Es geht nur darum, Freude zu verspüren, die Mauritier mit ihrer Musik zum Ausdruck bringen. Absolut mitreissend!


Flic en Flac und der Surfstrand Tamarin Bay

Nach unseren Ausflügen ins Landesinnere und der Südküste entlang, zieht es uns heute etwas gen Norden. Über die Ortschaft Black River machen wir einen Schwenker nach Trois Mamelles, um einen der schönsten Wasserfälle von oben zu bestaunen. Die Tamarin Wasserfälle, auch als Sept Cascades bekannt, kann man als etwas gekonnter Wanderer selbständig oder in Begleitung eines Guide erwandern. Da wir die volle Pracht jedoch von oben begutachten möchten und uns noch genügend Wandertage auf La Réunion bevorstehen, fahren wir über Umwege (Google Maps Navi sei dank) zum Aussichtspunkt.

Anschliessend machen wir uns auf nach Flic en Flac. Schon bei der Durchfahrt merken wir schnell, wie viel touristischer der Ort ist als unser niedliches La Gaulette. Einige edle Resorts reihen sich entlang des schönen Strandes. Hier findet man auch einfacher als bei uns geöffnete Cafés und Restaurants. Mag man es belebter, wäre Flic en Flac also auch ein super Ort, um eine Unterkunft zu buchen.

Nach dem vielen selber kochen lassen wir uns heute kulinarisch verwöhnen. Das optisch ansprechende Restaurant Zub Express, das sich auf 3 Ebenen verteilt, scheint uns dafür perfekt.

Es war eine gute Wahl und nach der köstlichen Vorspeise von Samossa mit 4 verschiedenen Saucen, geniesse ich Paneer Butter Masala und Naan. Es ist wohl nicht die ultimativ authentischste indische Küche, aber das Essen schmeckt köstlich. Paneer kannte ich zuvor nicht. Der indische Käse lässt sich am besten wie eine Mischung aus Halloumi und Tofu beschreiben und ist ein absoluter Vegi-Traum! Kostenpunkt des gesamten Essens für 2 Personen mit Getränken: CHF 25.-

Zu guter Letzt statten wir dem Surfbeach Tamarin Bay einen Besuch ab. Der Ort scheint unter Einheimischen besonders beliebt zu sein und wirkt entsprechend authentisch mauritianisch auf uns. Wenige Surfer tümpeln im ruhigen Meer vor sich hin. Die Saison hier ist eher im Winter, der von Juni bis September andauert und temperaturmässig natürlich kein Vergleich zu unserem Winter ist.


Auf in den Norden

Mit schwerem Herzen verabschieden wir uns von unserer ersten Unterkunft und der niedlichen Nachbarskatze, mit der wir uns die letzten Tage angefreundet haben.

Wir folgen den Strassenschildern nach „The North“. Über die verkehrsreiche Hauptstadt Port Louis gelangen wir zu unserem neuen zu Hause für die nächste Woche in Trou aux Biches. Unweit vom Strand entfernt, der als einer der schönsten der Inseln gilt, checken wir in unser zweites Airbnb ein und machen uns anschliessend selber ein Bild vom Strand. Uns persönlich ist er zu Resortdominiert, was oftmals Privatstrände mit sich zieht, an denen man nur entlangspazieren darf solange man kein Hotelgast ist.

Die Pluspunkte an der Unterkunft sind klar der schöne Poolbereich mit vielen Liegeflächen, der grosse Balkon und die gute Lage um Tauchzentren oder den Strand zu erreichen. Leider gab es einige Hygienemängel die uns etwas gestört haben und die Küche war uns doch einen Ticken zu klein zur Selbstversorgung. Der unschlagbare Preis von CHF 13.- pro Nacht pro Person liess uns darüber hinwegblicken und dank dem herzlichen Host hatten wir trotzdem einen schönen Aufenthalt.


Am Abend essen wir zum ersten mal im Happy Raja. Es gibt zwei Filialen auf der Insel und das Restaurant wurde uns von meinem Studiumskollegen Jonas empfohlen, dessen Freundin Mauritianische Wurzeln hat. Am Mittag bieten sie günstige Menüs an und abends ist das Lokal so beliebt, dass eine Reservation empfehlenswert ist. Hier geniessen wir authentisches Indisches Essen und köstliches Garlic Cheese Naan. Unbedingt auch die Vorspeisenplatte mit verschiedenen Fried Vegetables bestellen! ;)


The North, an der Spitze der Insel

Wenn wir schon im Norden sind, dürfen wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, auch hier auf Entdeckungstour zu gehen. Die Strände im Norden gelten als einige der schönsten der Insel. Wer lediglich Strandurlaub auf der Insel machen möchte, dem wird diese Gegend empfohlen. Ganz oben beim Cap Malheureux begeistern uns erneut die intensiv blauen Farben des Meeres. Hier im Kontrast zu schwarzen Vulkansteinen und mit der Kirche mit dem knallig roten Dach im Hintergrund, wirken die Farben nochmals so richtig schön.

Finde Philipp =).

Den schönsten Strand jedoch finden wir in Pereybere. Der Pereybere Beach liegt wie in einer Bucht und bietet die perfekten Bedingungen zum Baden. Erneut auf Empfehlung unseres Freundes Jonas hin probieren wir unser erstes Streetfood an einem der Häuschen, die man hier an so vielen Stränden vorfindet. Bei Chez Vanessa werden wir ab dem Zeitpunkt zur Stammkundschaft und sind begeistert ab den leckeren Roti mit Legumes und den knusprigen Chips (Pommes Frites).

Die wunderschönen Hindu-Tempel auf Mauritius.

Die Hauptstadt Port Louis

An einem Tag lassen wir es uns nicht nehmen, der Hauptstadt Port Louis einen Besuch abzustatten. Der Stadttrubel erinnert leicht an asiatische Grossstädte und gibt mir etwas Bangkok Vibes. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Umbrella Square ist unser Ziel Chinatown, um authentisch chinesisch zu Mittag zu essen. Was wir nicht überlegt haben, hier dominiert natürlich die chinesische Landessprache und zumindest im erstbesten Restaurant, welches wir uns aussuchen, können wir uns weder mit Französisch, noch Englisch verständigen und bestellen auf gut Glück mit Fingerzeigen auf die Bilder in der Speisekarte. Dies hat super funktioniert und der gebratene Reis und die Hauptspeisen Schwein an Sosse mit Paprika und Chili sowie gekochte Aubergine mit gebratenen grünen Bohnen schmecken köstlich. So einen Versuch können wir also nur weiterempfehlen.

Mit vollen Mägen laufen wir anschliessend durch den Markt von Port Louis, der einem in jedem Reiseführer und Blog hoch angepriesen wird. Nach den Markthallen in Spanien befürchte ich wieder einen beissenden Fischgeruch, der mich sofort hinaus treibt. Doch ganz im Gegenteil! Wohlig duftende Gewürze liegen auf den Theken neben den buntesten Früchten und Gemüse. Wohl wegen meinem roten Sommerkleidchen oder unserer touristischen Optik werden wir jedoch von allen Seiten zum Kauf gelockt und düsen nur kurz durch den Markt bevor wir reizüberflutet wieder die Ruhe der Natur suchen.

Der Umbrella Square in Port Louis.
Das Tor nach Chinatown.

Der botanische Garten von Pamplemousses

Pampelmousses ist ein Distrikt im Norden von Mauritius. Lässt man das „s“ am Ende weg, bedeutet der Begriff Blutorange. Hängt man es hinten dran, so steht das Wort für Seerosen und passt schon viel besser zu unserem Ausflugsziel, zu dem wir uns nach unserem Abstecher in Port Louis aufmachen. In Pampelmousses befindet sich ein botanischer Garten, der besonders für die riesigen Seerosen bekannt ist. Gegen 200 MUR pro Person (ca. CHF 4.-) dürfen wir den Garten betreten. Uns umgibt viel Grün und Palmen in allen möglichen Grössen. Im Park findet man auch die Riesenschildkröten und inselheimische Hirsche und Rehe (eingezäunt).

Besonders begeistert sind wir ab den hunderten von Flughunden, die weit oben in den Baumkronen hängen und hoch über unsere Köpfe hinweg fliegen.

Beeindruckend sind die riesigen Bäume, Blätter und Baumfrüchte, die uns im botanischen Garten begegnen. Eine riesige Pflanzenart davon sind besagte Seerosen, deren Pool ein beliebtes Fotomotiv für Touristen bietet.

Die Flughunde.
Neben diesen Bäumen fühle ich mich gleich noch Kleiner als neben Philipp :P.

Und hier wirkt sogar Philipp klein :P.

Der Seerosen-Teich.
Der frechste Vogel der Insel: Red cardinal fody.

Tauchen auf Mauritius

Das Hibiscus Resort ist durch die vorgelagerten Vulkangesteine vom Pereybere Beach abgegrenzt. Über eine positive Rezension eines Reiseblogs sind wir auf das Tauchresort innerhalb des Resorts gestossen, welches mittlerweile durch den Orca Dive Club ersetzt wurde - ein Tauchclub, von dem bereits Adi geschwärmt hat. Mit Adi waren wir letzten Januar in Ägypten Tauchen und ihr kennt ihn sicher noch von meinem Java und Thailandtrip =).

An drei Tagen gehen wir mit dem Orca Dive Club tauchen und machen jeweils 2 Tauchgänge. Immer um 8:30 Uhr ist der Treffpunkt. Nach der Materialvorbereitung folgt das Briefing und anschliessend der erste Tauchgang. Danach geht es mit dem Schnellboot zurück an Land für Kaffee, Tee und Kekse, bevor es nach einer ca. 1-stündigen Pause auf zum zweiten Tauchgang geht. Philipp und ich sind bei fast allen Tauchgängen alleine mit unserem Guide. Das Team ist super und wir fühlen uns in den professionellen Händen gut aufgehoben. Nach meinem Open Water Diver Kurs hatte ich leider aufgrund einer Erkältung keine Möglichkeit mehr, Routine im Tauchsport zu erlangen und war entsprechend nervös vor den ersten Tauchgängen mit Brevet. Sie haben das sehr schnell bemerkt und mir eine Ruhe mitgegeben, durch die ich von Tauchgang zu Tauchgang entspannter wurde und den Druckausgleich immer besser hinkriegte. Die Begeisterung fürs Tauchen ist jetzt so richtig entfacht! Mit Philipp als ultra entspannten Buddy an meiner Seite schweben wir durch die Tiefen und sind begeistert ab der vielseitigen Unterwasserwelt. Wir sehen unglaublich viele Moränen in den unterschiedlichsten Mustern und Grössen. Endlich sehe ich auch Feuerfische und davon nicht grad wenige, die seien wohl überall eine Plage in den Meeren. Zweimal finden wir sogar einen Oktopus und auf einem Tauchgang sogar zwei Seepferde, die so gut getarnt sind, dass man sie beinahe mit Seealgen verwechseln könnte! Und das Highlight: 4 Schildkröten und eine Roche! Langsam lerne ich die Handzeichen für die unterschiedlichen Meeresbewohner. Hier in Mauritius sehen wir viele Schaukelfische, die wohl an anderen Tauchdestinationen sehr selten seien. Aber für mich sind sowieso noch alle Fische ein absolutes Highlight und der noch so wievielte Nemo bringt mich zum strahlen.

Unsere 12 Tauchgänge verrechnen sie uns mit Mengenrabatt. Inklusive vollständigem Equipment bezahlten wir somit schliesslich CHF 40.- pro Tauchgang, was im Vergleich mit anderen Tauchzentren ungefähr im Schnitt von 30-40 Franken pro Tauchgang liegt.


Trou d'Eau Douce, Abschluss an der Ostküste

Für die letzten 4 Tage unserer Mauritius Reise wechseln wir erneut die Unterkunft und begeben uns an die Ostküste, wo sich auch der Flughafen befindet.

Die Lage der Unterkunft war perfekt um zu Fuss zum Bootssteg für den Ausflug auf die Île aux Cerfs zu gelangen und Ausflüge mit dem Mietauto an der Ostküste zu unternehmen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und können höchstens bemängeln, dass Abends ziemlich Hundegebell zu hören ist und das Badezimmer mit der Glaswand etwas irritierend ist und nach jeder Dusche der gesamte Boden komplett nass ist.


L'Île aux Cerfs

Bei einer Reise nach Mauritius kommt man kaum um die île aux Cerfs herum. Auf jedem Blog und bei jedem Touranbieter wird die Insel, deren Grossteil Privatgrundstück eines Golfresorts ist, als Trauminsel mit den schönsten Stränden von ganz Mauritius angepriesen. Mit der Voreinstellung, dass die Ausflüge hierhin entsprechend überlaufen sind, buchen wir uns trotzdem einen Tagesausflug auf einem Katamaran inklusive BBQ auf dem Schiff. Mit dem Bewusstsein, dass der Delfinausflug mit Navin sowieso nicht getoppt werden kann, möchten wir gerne noch einen Tag auf einem Katamaran verbringen. Für den Ausflug bezahlen wir 3'900 MUR für 2 Personen (CHF 84.-) über Mauritius Ile aux Cerfs und werden dem Anbieter Crystal Cruiser zugeteilt.

Das bereits volle Speedboat bringt uns vom Steg auf den Katamaran, wo wir uns sogleich ein Plätzchen in der Sonne direkt vor den Liegenetzen sichern.

Philipp träumt von zukünftigen Bootreisen.

Wir warten noch einige Zeit, denn tatsächlich werden nochmals zwei gefüllte Schnellboote zum Katamaran gefahren, wodurch schliesslich um die 40 Gäste auf dem Katamaran sind. Die Leute verteilen sich zwar gut, doch spätestens beim Wasserfall wird uns bewusst, dass die Boote viel zu überfüllt sind. Ein Fluss mündet hier in den Ozean und am Ende befindet sich ein Wasserfall, der zu einer Hauptattraktion dieser Ausflüge gemacht wurde. Die Katamarane legen an und mit dem Speedboat werden die Touris anschliessend bis vor den Wasserfall gebracht, um ein Foto knipsen zu können. Es ist ein regelrechtes Anstehen der Boote und die wohl einst so schöne Idylle dieser Natur wird dadurch komplett zerstört. Unsere riesige Gruppe musste natürlich auf zwei Teile aufgeteilt werden und entsprechend lange warten wir auf dieses vermeintliche Highlight, das man sich hätte sparen können.

Touritrap.
Nicht nötig: Die Fahrt zum Wasserfall. Viel lieber erwandert man einen der weniger besuchten Fälle im Landesinnern.

Zurück auf dem Katamaran werden wir mit Getränken verwöhnt. Zusätzlich macht die Crew die Runde und möchte den Gästen weitere Aktivitäten wie Bananabootfahren und Paragliding andrehen. Wenn jemand vom Boot diese bucht, muss der Katamaran die Personen natürlich auf der schwimmenden Plattform abladen und später wieder einsammeln. Während der Rest der Gruppe wartet, hat man die Möglichkeit zum Schwimmen und Schnorcheln.

Unsere knurrenden Mägen sind schliesslich froh, als es Zeit zum Essen wird. Leider muss ich ein bisschen weitermötzeln, denn hingegen unserer Erwartung eines gemütlichen BBQs windet es uns das kalte Essen des Buffets um die Ohren, da der Katamaran bereits während dem Essen in voller Fahrt weiterfährt.

Schliesslich erreichen wir unser eigentliches Ziel, die Île aux Cerfs. Alle (!) Gäste werden vom Katamaran ins Speedboat verfrachtet, aus Platzmangel teils gefährlich in der Mitte stehend und an Land gebracht, wo wir 1.5h Zeit haben, die Insel zu erkunden. Philipp und ich entscheiden uns für einen Spaziergang weg von der Hauptansammlung der Leute. Wir müssen zugeben, Mauritius hat uns sehr Strandverwöhnt gemacht. Aufgrund zahlreicher positiver Berichte waren unsere Erwartungen an die Île aux Cerfs jedoch sehr hoch.

Können gefährlich sein: Portugiesische Galeeren.

Die Ostküste gilt generell als windiger, wodurch die Strände hier schnell weniger "bädelig" sind. Auf dieser Insel aber sichten wir zahlreiche Seeigel und mindestens drei Portugiesische Galeeren.

Für uns bleibt es also bei einem Spaziergang. Unser Fazit ist: Das einstige Paradies, das die Île aux Cerfs vor einigen Jahren wohl noch wahr, wurde durch die völlige Kommerzialisierung zerstört. Wir finden, es gibt schönere Flecken auf ganz Mauritius, wo man sicherlich gemütlichere Katamarantouren unternehmen kann und würden diesen Tagesausflug nicht weiterempfehlen (zumal nachfolgende Fotos natürlich trotzdem paradiesisch aussehen - ist auf Mauritius aber auch nicht schwierig =) ).

Verliebt in die Lavafelsen an den Stränden von Mauritius.

Die schönsten Strände im Osten: Blue Bay Marine Park und Belle Mare

Immer wenn wir meinen, den schönsten Strand gefunden zu haben, setzt Mauritius noch einen drauf. Im Südosten, praktisch vor dem Flughafen, liegt der Blue Bay Marine Park. Eine Bucht mit der vorgelagerten Insel île de Coco, die nicht nur aus der Vogelperspektive wunderschön schimmert, sondern auch vom Boden aus ein wahrliches Paradies ist. Inmitten der Einheimischen, die teilweise singend, teils Gitarrenspielend eine fröhliche Stimmung am Strand entlang verbreiten, geniessen wir die letzten Stunden im Meer. Uns fällt wieder einmal auf, wie zufrieden die Menschen hier sind und wir sind traurig, nach einer so schönen Zeit auf der Insel gehen zu müssen. Nun sind wir aber auch bereit fürs nächste Abenteuer. Und das erwartet uns bestimmt auf La Réunion, nur 50 Flugminuten von Mauritius entfernt, wo aktuell sogar wieder der Vulkan brodelt. Wir sind gespannt auf die Natur der französischen Insel.


Geheimtipp Belle Mare, hier haben wir den Strand praktisch für uns.


Reisetipps Mauritius

Abschliessend habe ich einige Tipps notiert, die ich für deine Reiseplanung nach Mauritius gerne weitergeben möchte.


Budget Tipps

Mauritius ist sicher nicht das günstige Reiseziel. Hostels sucht man hier vergeblich. Nebst wunderschönen Resorts und Boutique Hotels gibt es ausser luxuriösen Villen aber auch sehr erschwingliche Airbnbs, die eine Budgetreise auf diese Trauminsel ermöglichen. Im Gegensatz zu Übernachtungen in einem Hotel kann man sich in einer kleinen Wohnung selbst verköstigen und auch dadurch an Ausgaben einsparen. Etwas unkompliziert was den Zustand und teilweise die Hygiene der Unterkünfte angeht, sollte man jedoch sein =).

Hier einige Auflistungen an Kosten in Mauritius, um ein Gefühl für die Preise zu geben:

  • Flüge gibt es (teure) Direktflüge von Swiss (1'000-2'000.- je nach Saison). Wir haben direkt über AirFrance gebucht, die mit Air Mauritius kooperieren. Beide Airlines können wir bestens weiterempfehlen. Mit Umstieg über Paris sind die Flüge auch erschwinglicher und selbst unseren 7-stündiger Aufenthalt empfanden wir aufgrund des angenehmen Pariser Flughafens als nicht störend. Für unseren Roundtrip Zürich - Paris - Mauritius - La Réunion - Paris - Zürich bezahlten wir pro Person CHF 965.-

  • Ein Mietauto ist der beste Weg um die Insel auf eigene Faust und unabhängig zu erkunden. Diese bekommt man ab CHF 30.- pro Tag. Wir haben über EconomyCarRentals gebucht und waren zufrieden mit der günstigsten Wahl für CHF 26.50 pro Tag. Meist vermitteln sie Autos von Privatpersonen. Vorhandene Kratzer am Auto nehmen aber die Fahrhemmungen auf Mauritius ;). Möchte man bei einem Grossanbieter buchen so wurde uns gesagt, sei dies vor Ort am Flughafenschalter am günstigsten. Alternativ kann man auch den Airbnb Host fragen, die meist auch Mietautos vermitteln können.

  • Günstigere Fortbewegungsalternativen mit mehr Komforteinbussungen wären die Public Busses oder die nähere Umgebung per Fahrrad zu erkunden. Es gibt auch die Möglichkeit Roller zu mieten wenn man sich damit im Verkehr wohl fühlt. Wir empfanden den Verkehr als angenehm und man gewöhnt sich schnell an den Linksverkehr und die etwas eigenen Verkehrsregelungen. Asiatische Reiseziele sind verkehrsmässig definitiv um einiges gefährlicher als Mauritius!

  • Unsere Unterkünfte sind bereits im Blogbeitrag verlinkt. Ausser der zweiten Wohnung in Trou aux Biches würden wir die beiden anderen erneut buchen. Besonders in das Luxe Exotica in La Gaulette haben wir uns verliebt. Mehr zur Ortswahl für die Unterkunft folgt im separaten Abschnitt. Kostenpunkt für die 3 Unterkünfte total: CHF 648.- für 17 Nächte => CHF 19.- pro Person pro Nacht.

  • Die meisten Restaurants sind für Schweizer Verhältnisse sehr erschwinglich. Für CHF 25-35.- isst man gut für 2 Personen inkl. Getränke und Vorspeise. Nebst der Selbstversorgung sind Foodstände eine günstige und köstliche Alternative. Ein Roti kostet nur 50 Rappen und der Magen lässt sich gut für CHF 2-3.- mit Streetfood füllen.

  • Für Cocktails bezahlt man zwischen CHF 6-8.-. Wein ist aufgrund des Imports vergleichsweise teuer. Die Flaschen in den Supermärkten starten hier bei 350 MUR (CHF 7.50.-).

  • Wer Tauchen möchte bezahlt zwischen CHF 30-40.- pro Tauchgang inkl. Mietausrüstung.

  • Wie überall macht natürlich die Saisonwahl einen enormen Preisunterschied. Dazu im nächsten Abschnitt mehr.


Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Mauritius zu benennen ist etwas komplex. Grundsätzlich ist die Insel ganzjährig gut bereisbar und bietet warme Temperaturen und ein mildes Klima über den gesamten Zeitraum hinweg. Detaillierte Infos zum Klima findet ihr hier. Nachfolgend das wichtigste kurz zusammengefasst:

Klima: Sommerfeuchte Tropen (= tropischer Sommer bringt am meisten Regen)

Temperaturen: Ganzjährig angenehm (⌀ 23.5°C)

Die Westküste ist generell regenärmer als die Ostküste und entsprechend wärmer

Wassertemperatur: 22 - 28°C

Jahreszeiten: Feuchtwarme Sommerzeit von November - April

Wärmste Monate von November - März (am wärmsten zum Tauchen)

Kühlste Monate: Juli - August (Surfsaison)

Trockener und „kühlerer“ Winter von Mai - Oktober

Hauptsaison: Oktober - April

Zyklonsaison: können von November - Mai auftreten

Beste Reisezeit (Nebensaison): Mai/Juni und Oktober/November


Unterkunftssuche und Ortswahl

Die Insel lässt sich super per Mietauto erkunden. Die Strecken sollte man jedoch nicht unterschätzen. Es gibt eine Art Highway auf dem man Abschnittweise sogar bis 110km/h fahren darf. Allerdings ist dieser nicht vergleichbar mit unseren gewohnten Autobahnen. Wir empfinden es als sinnvoll, deshalb mindestens 2 verschiedene Standorte für die Unterkünfte auszuwählen, wenn man möglichst viel und die Highlights von Mauritius sehen möchte.

1 Unterkunft würden wir im Südwesten und 1 im Norden buchen. Wir haben uns sehr in den Südwesten der Insel verliebt und empfehlen hier La Gaulette oder die Gegend um Le Morne. La Gaulette hat zwar selbst keinen Strand und lediglich eine Seafront, doch der entspannte Vibe ist einfach super. Der Morne Brabant liegt nicht weit entfernt, sowie die vorgelagerte Insel Île aux Benitiers mit dem Crystal Rock. Entlang der Südküste befindet sich eine schöne Küstenstrecke durch verschlafene Fischerdörfer. Generell ist der Südwesten ein Paradies für Wind- und Kitesurfer und entsprechend etwas windiger.

Möchte man nur Badeurlaub machen, findet man im Le Morne Beach den schönsten Strand im Süden. Ansonsten befinden sich die schönsten Strände der Insel im Norden. Hier gefiel mir der Strand von Pereybere am besten. Touristischer ist es um Grand Baie, von wo man ebenfalls schöne Strände und Buchten erreicht, während der Ort selbst eher ein Bootsanlegeplatz als ein Badestrand bietet. Hier gibt es auch zahlreiche Tauchcentren. Gerade für Anfänger bietet der Nordwesten ideale Tauchspots. Im Osten ist es eher rauher und erfahrenere Taucher finden hier und im Süden spektakuläre Drifttauchgänge.

An der Westküste ist Flic en Flac eine beliebte Wahl und bietet nebst einem schönen Strand viele Unterkunftsmöglichkeiten, zahlreiche Streetfood Stände und einige Restaurants. Zum Surfen eignet sich Tamarin, wo zwar nicht das türkiste Wasser ist, dafür eine weniger touristischere Gegend.

Generell bevorzugen wir die Westküste, da hier die schöneren Orte liegen und sie generell als wind- und regenärmer gilt. Im Osten können wir jedoch Belle Mare, Trou d'Eau Douce und die Gegend um Blue Bay (Flughafennähe!) empfehlen.


Must-Eat

Nachfolgende Liste gerne kulinarisch abarbeiten und überraschen lassen =) (oder für mehr Details die Google Bilder anschauen)

  • Indisches Gericht mit Paneer (z.B. Butter Masala oder Curry)

  • Roti mit Gemüse gefüllt, wahlweise scharf (z.B. bei Chez Vanessa in Pereybere)

  • Samosa (meist vegetarisch mit Kartoffeln und Curry gefüllt)

  • Gateau Pima (z.B. auf dem Markt von Port Louis)

  • Boulettes

  • Farata

  • Mine Frite

  • Riz Frite


Sightseeing Map